Walter Däpp (*1946), Journalist und langjähriger Radio-SRF-Morgengeschichtenautor, war über dreissig Jahre vor allem für den Berner «Bund» tätig. Zuvor war er Redaktor beim «Emmentaler Blatt» in Langnau und bei Radio DRS (SRF). Für SRF1 war er später auch viele Jahre Autor berndeutscher «Morgegschichte». Diese und weitere Mundart-Kurzgeschichten hat der Zytglogge-Verlag in fünf Büchern herausgegeben: «We das jede wett», «Drunger u drüber», «steirych», «Langsam pressiere» und «So alt wie hütt bin i no nie gsi». Neben etlichen weiteren Büchern sind von Däpp auch zwei Reportagesammlungen erschienen («Der Himmel ist blau, aber das ist nicht so wichtig» und «Herrlich komplizierter Lauf der Zeit»). Auch Bücher über Armutsbetroffene in der reichen Schweiz («Vom Traum, reich zu sein»), BewohnerInnen des Dienstbotenheims Oeschberg («Ausgedient») und über den Herzchirurgen Thierry Carrel («Von Herzen»). In seinem neusten Buch «Ein Emmentaler in Näkkälä» (2026) erinnert er an den Emmentaler Lehrer, Kulturförderer und Schriftsteller Hans Ulrich Schwaar, der in seiner zweiten Lebenshälfte bei den Samen in Finnisch-Lappland zum Mystiker wurde.

Für Franz Hohler ist Walter Däpp «so etwas wie ein literarischer Fotograf – und ein Meister des Porträts».  Pedro Lenz nennt ihn «einen Poeten, der sich selber Journalist nennt, was in seinem Fall das gleiche ist». Der Basler Soziologieprofessor Ueli Mäder schreibt: «Walter Däpp zeigt das Kleine im Grossen und das Grosse im Kleinen. Seine Geschichten regen zum Nachdenken an. Sie berühren auch deshalb, weil sie so sinnlich, leicht und witzig daherkommen.» Und Kurt Marti hat ihn als «leisen, aber unbeirrten Humanisten und Alltagserforscher» bezeichnet.

Mit dem Buch «Langsam pressiere» war Walter Däpp 2018 für den Kurt Marti-Literaturpreis des Berner Schriftstellervereins nominiert. Die Jury schrieb: «Nominiert wurde dieses berndeutsche Geschichtenbuch, weil Walter Däpp den Nerv unserer Zeit trifft – ähnlich wie Kurt Marti ihn früher ebenfalls getroffen hatte – und weil es Walter Däpp als Berner Autor gelingt, unseren Alltag mit seiner subtilen, berndeutschen Sprache kunstvoll und amüsant zu beschreiben – sinnig, witzig und mit feinem Gespür.»

Walter Däpp lebt in Bern. Er ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und fünffacher Grossvater.

Neues Buch: «Ein Emmentaler in Näkkälä»

Hans Ulrich Schwaar war ein Brückenbauer zwischen dem Emmental und dem Land der Samen in Finnisch-Lappland: Hans Ulrich Schwaar (1920 – 2014). In diesem Buch (Verlag Herrmann, Langnau) erinnert Walter Däpp an diesen aussergewöhnlichen Menschen. Schwaar war leidenschaftlicher Lehrer in der Gohl bei Langnau. Neben seinem sportlichen und kulturellen Engagement (u.a. als OL-Pionier, Musiker und Bildersammler) wurde er als Übersetzer mehrerer Werke von C.F. Ramuz ins Berndeutsche und als Schriftsteller bekannt. Für sein Wirken und für seine Oberemmentaler Mundartliteratur erhielt er den Kultur- und den Literaturpreis des Kantons Bern, die Gemeinde Langnau verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht. 
Nach seiner Pensionierung lebte er, bis zu seinem Tod mit 94 Jahren, vor allem beim samischen Rentierhirten Iisakki-Matias Syväjärvi in Näkkälä, wo er die samische Denk- und Lebensweise verinnerlichte und zum Mystiker wurde. Walter Däpp, der schon als Jugend-Orientierungsläufer Schwaar begegnet war und später als «Bund»-Journalist wiederholt über ihn berichtete, erinnert in diesem reich illustrierten biografischen Werk an einen Menschen, den er bewunderte. Gewisse unhaltbare, bizarre Entgegnungen Schwaars zu wissenschaftlichen und historischen Fakten klammert er aber nicht aus – in Lappland sei er auch vom Lehrer zum Unbelehrbaren geworden.

«So alt wie hütt bin i no nie gsi», dieses Buch (Zytglogge-Verlag) enthält über hundert ernste und heitere berndeutsche Kurzgeschichten für Ältere, die auch mal jünger waren, und für  Jüngere, die auch mal älter werden – Beobachtungen, Begegnungen, Erinnerungen, Erfahrungen und Gedanken. 
Und es ist der Versuch, die «Jahrringe des Lebens» als natürliche, prägende Charakterlinien zu sehen und allen neuen «Falte, Furche u Runzele», die sich – im Gesicht und anderswo – abzuzeichnen beginnen, nicht nur stirnrunzelnd, sonder auch augenzwinkernd zu begegnen

Walter Däpp Lesungen

Neues Projekt: Kultur am Bettrand – die Bühne kommt zu dir

Wir vom Verein KULTUR AM BETTRAND schaffen Kulturerlebnisse für Menschen jeden Alters, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, die Schönheit und Heilkraft von Kultur an einem Veranstaltungsort zu erleben. Wir bringen Kultur an den Bettrand – zu dir als gesundheitsbeeinträchtige Person – nach Hause oder in die Gesundheitseinrichtung, wo Du privat im engsten Kreis etwas Besonderes erleben wirst. Kostenlos und unkompliziert: www.kulturambettrand.ch

Unter den Kulturschaffenden, die das Projekt der Musikerin Shirley Grimes grossartig finden und mitmachen, bin auch ich. Ich freue mich auf persönliche Begegnungen «am Bettrand».

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